Würdelose Worte, sinnlose Satzzeichen, groteske Grammatik – Frau Schwarz und die Heldenreise durch Alphabetanien

Würdelose Worte, sinnlose Satzzeichen, groteske Grammatik  ­– Frau Schwarz kämpft sich durch den alphabetanischen Dschungel.

 

Sie lesen heute: Die unfassbare Geschichte vom Leid einer scheinbar anachronistischen Sprachfetischistin. Die einen feiern sie als Heldin. Die anderen verachten diese polemisierende Denunziantin. Dem Rest geht sie am Gluteus maximus vorbei. Aber – wie kam es dazu?

 

Mir schmerzt bereits bei dem Gedanken an das, was ich zu schreiben gedenke, die Amygdala  und ich erwarte – diesmal nun ganz in echt und wirklich – einen Shitstorm. Darum wechseln wir jetzt zwischendurch in die auktoriale Perspektive und erleben eine weitere Stunde Deutschunterricht bei Frau Schwarz. Ihr erinnert euch? Bleistiftrock, Dutt und Hornbrille? Da steht sie wieder, legt die Hand auf den Duden als wäre es die Bibel und sie ein amerikanischer Präsident, der seine Inauguration erlebt. Sie räuspert sich und spricht mit schwerer Stimme:

 

„Ich schwöre feierlich, dass ich als Autorin die deutsche Rechtschreibung und Grammatik getreulich verwenden und die deutsche Sprache nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.“

 

Wirken lassen. Nur kurz. Erinnert euch an das Gesicht von Melania Trump. Weiter geht’s. Denn Frau Schwarz spricht noch einen Nachsatz. Etwas leiser. Fast gemurmelt:

 

„So wahr der Duden mir helfe.“

 

Im Geiste fängt sie zwar bereits das Relativieren an, insbesondere in puncto Flüchtigkeitsfehler, aber die macht man halt, wenn oben erwähnte Kräfte nachlassen.

 

„Frau Schwarz, was soll der Scheiß?“

 

Hat sich also doch einer getraut zu fragen. Selber schuld. Da Frau Schwarz selbst durch eine relativ harte Schule gegangen ist, kennt sie kein Erbarmen und todesmutig schreibt sie ein paar Sätze an die Tafel.

 

– Schön das das Buch dir gefällt…

 

– Ich würde mich freuen wenn du bei meiner Challange mitmachst - was meinst du?

 

– Seit ihr alle dabei, oder nur ein Paar von euch?

 

– Das Cover und der Inhalt muss zusammen passen.

 

 

 

Schon gut, schon gut. Ich höre auf. Wer die Fehler findet, darf sie behalten. Ich will sie nicht.  Hier noch schnell die Auflösung der inkorrekten Sätze, kein Sorge, es geht direkt danach weiter.

 

– Schön, dass das Buch dir gefällt … [Einer von Frau Schwarz‘ Lieblingen: Wenn du nach dem Komma „das“ schreiben willst, musst du es durch „jenes“ oder „welches“ ersetzen können. Wenn sich das scheiße anhört, weißt du, dass das falsch ist.]

 

– Ich würde mich freuen, wenn du bei meiner Challenge mitmachst – bist du dabei? [Zugegebenermaßen: Auch ich habe eine ganze Weile Bindestrich und Halbgeviertstrich nicht definitionsgemäß verwendet und mich auch erst schwer an das Leerzeichen vor den drei Punkten […] gewöhnen müssen. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um das gefürchtete Deppenleerzeichen, sondern um eine Notwendigkeit, da der Beginn der Auslassung angekündigt wird. Und wer keine Vokabeln gelernt hat, meldet sich bitte nicht zum Aufsagen. Das geht in die Hose.]

 

– Seid ihr alle dabei oder nur ein paar von euch?

 

[Ganz einfache Eselbrücke: Seit bei Zeit! Wenn du ausdrücken willst, dass etwas seit einem bestimmten Zeitpunkt so ist, dann schreibst du es wie die Zeit – mit T am Ende.]

 

– Das Cover und der Inhalt müssen zusammenpassen. [Genauso verhält es sich mit dem König. Der muss auch zur – ach Shit. Falsch. Der KöNiG muss passen. Kasus, Numerus, Genus. Diejenigen, die mal Latein bei Herrn Dr. Müller hatten, werden jetzt verächtlich stöhnen – ich hab VERÄCHTLICH gesagt, nicht lustvoll, das ist ein anderer Blogbeitrag! Diejenigen, die von Herrn Dr. Müller verschont wurden, nehmen ihren Zauberstab heraus und murmeln bitte „Imperius“, dann weist Wikipedia den Weg.] 

 

So, ich wollte ja nicht allzu weit abdriften. Hört ihr schon die Musik von Indiana Jones? Frau Schwarz hat sich zur Rettung der deutschen Sprache inzwischen in die Kampfmontur geschmissen und nimmt es als erstes direkt mit einer fiesen Schlangenart auf. Der gefürchteten „Naja“. In „Märchenhaft – Elisabeth  wimmelte es quasi nur von diesen Giftnattern

 

Da haben sich endlich die sechs Jahre Blockflötenunterricht bezahlt gemacht: Todesmutig spielt Frau Schwarz darauf „A, B, C, die Katze lief im Schnee“. Weil das noch nicht viel hilft, folgt „C-a-f-f-e-e“, nur noch übertroffen vom couragierten „A-a-a, der Winter, der ist da!“ Benommen von so viel Furchtlosigkeit sinkt die Kobra also in sich zusammen und wird zum leise gemurmelten „na ja“.

 

Beruhigt steckt Frau Schwarz die Blockflöte wieder ein (NEIN, nicht DA hin! Ihr guckt zu viele komische Filme!), aber schon tut sich die nächste Stolperfalle auf ­–

 

„Frau Schwarz, nochmal, was soll der Scheiß?“

 

Haaach, schon wieder abgedriftet. Eigentlich will Frau Schwarz nur auf eines hinaus – dass sich die Menschen in ihrer schriftsprachlichen Kommunikation etwas mehr Mühe geben und dass gerade (ACHTUNG, es beginnen das Kollegenbashing und die Nestbeschmutzung in 3, 2, 1 …) Autoren sich hier als Vorbilder positionieren.

 

[Mit Autoren meine ich hier die schreibende Zunft. Schriftsteller, Journalisten. Nicht den privaten Verfasser eines Beitrags oder Kommentars; es geht mir um die Menschen, die sich (neben-)beruflich mit Sprache befassen und ein pekuniäres Interesse an deren Gebrauch haben.]

 

An dieser Stelle schmeißt sich völlig unerwartet Hancock zwischen Frau Schwarz und die Tafel, lallt: „Wir alle machen Fehler.“

 

Jap. Da nickt Frau Schwarz. „Yo. Is‘ richtich!“

 

Mir selbst sind echte Fehler extrem peinlich. Zeigen sie doch, dass ich meine eigene Muttersprache nicht perfekt beherrsche. Daher bin ich mittlerweile dazu übergegangen, selbst meine Kommentare bei Facebook eher viermal zu korrigieren, als auch nur einen einzigen Fehler stehen zu lassen. Lieber noch ein zweites oder drittes Mal den eigenen Text zu lesen, auch wenn er schon veröffentlicht ist.

 

„Ey, Frau Schwarz, nicht Ihr Ernst? Ich soll jetzt nicht echt alle meine verdammten Posts durchs Rechtschreibprogramm jagen?“

 

Doch. Sonst jag‘ ich dich mit dem Duden zurück in die Sekundarstufe I. Oder ins Futur II – der Fluxkompensator ist bereits angeschmissen.

 

Wohlgemerkt – von Beiträgen eines Autors erwarte ich nur, dass sie eine Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort nicht gänzlich vermissen lassen. Fehlerfrei wird, insbesondere in der kurzlebigen Welt der Social Media, nur die geringste Anzahl an Texten sein. Aber gerade Autoren sollten sich an dieser Stelle ihrer Vorbildfunktion bewusst werden und dem Medium, mit dem sie ihr Geld zu verdienen gedenken, mehr Aufmerksamkeit schenken – falls ihr vergessen habt, welches das Medium ist: Es ist die Sprache.

 

Die oben aufgeführten Beispielsätze sind übrigens nur kleine Stilblüten aus Postings, schnell dahingeschrieben und unbedacht veröffentlicht. Hoffe ich.

 

Aber es geht noch schlimmer. Verlage, die auf Anfragen zu massiven Rechtschreib- und Grammatikfehlern und deren Häufung in einem Buch nur „Oh, ist uns nicht aufgefallen, wir prüfen das!“ antworten oder in einem für viel Geld beworbenen Buchtrailer schreiben „Er jagd sie…“ und das auch nach dem fünften Hinweis nicht ändern, sind die denkbar schlechtesten Referenzen für sich selbst. Und ihre Autoren. Ein Teufelskreis. Wo ist der Held, wenn man ihn mal braucht? Vermutlich gerade beim Love-Interest. „Sorry, muss ficken. Keine Zeit zur Rettung der deutschen Sprache. Fickööööön.“ [Mir wurde geraten, einfach häufiger „ficken“ in meine Texte einzubauen, das würde für mehr Traffic sorgen. Sorry an diejenigen, die es bis hierher geschafft haben und noch ernstzunehmenden Content erwarten. Kommt! Versprochen.]

 

Back to the – wo war ich? Nicht mehr bei den Wurzeln. Schon eher bei den Trieben. Triebe. Da war was.

 

Dass das Ganze auch noch Auswirkungen haben könnte … ich mag ehrlich gesagt nicht weiter darüber nachdenken. „Frau Schwarz, hier im Buch steht aber ‚Naja, dass ist halt so.‘ Was in Büchern steht, ist doch immer richtig! Oder nicht?“ Nein, leider nicht. Da hört man doch glatt wieder das Naivchen raus, wenn Frau Schwarz noch anfügt: „Aber schön wäre es.“

 

Als sie sich umdreht, hat jemand das Disney-Schloss an die Tafel gemalt. Der Soundtrack erklingt im Hintergrund, irgendjemand schreit: „Scheiß auf Rechtschreibung, es geht doch nur um die Bilder im Kopf!“

 

Frau Schwarz jedoch wirft sich in ihr Mary-Poppins-Kostüm, verteilt superkalifragilistischexpialigetisch viele Löffelchen voll Traubenzucker [durchhalten!] und holt aus den Untiefen ihrer Sofakissen-Tasche eine Erinnerung hervor. Denn auch der Erfinder von Mickey Maus, Donald Duck & Co. war kein besonderer Freund von Rechtschreibung. Aber eher unfreiwillig.

 

Er war Legastheniker

 

So wie Frau Schwarz von der Waldorfschule geflogen ist, weil sie ihren Namen nicht anständig tanzen konnte (bis heute glauben einige Leute, sie heiße Penissa), tat sich Walt Disney Zeit seines Lebens schwer mit Buchstaben und deren Anordnung. Lese-Rechtschreibschwächen (LRS) sind eine anerkannte Behinderung und können nicht in jedem Fall therapiert werden. Das soll und darf aber niemanden daran hindern, die wundervollen Geschichten aufzuschreiben, die er ersinnt.

 

Gleichwohl empfiehlt es sich, ob nun von LRS betroffen oder nicht, sein zur Veröffentlichung anstehendes Werk wenigstens Korrektur lesen zu lassen. [Das kann zwar auch nach hinten losgehen, wie zum Beispiel bei meiner Erstveröffentlichung, bei der ich die Ur-Version mitsamt aller fünfunddrölfzig Fehler hochgeladen habe, aber das ist ein technisches Problem. Oder eines schwindender Kräfte.]

 

Um eines vorwegzunehmen: In Deutschland sind 4 % der Schüler von LRS betroffen. Die tummeln sich aber nicht alle in meinem Buch-Dunstkreis … Oder etwa doch? Betroffene bitte einmal melden, euch nehme ich dann von meinem zukünftigen Augenrollen aus. Danke sehr.

 

Wo war ich? Ach ja. Korrektur. Finde jemanden, der weniger Fehler macht als du und lass ihn deine Fehler finden. Noch besser: Finde jemanden der gar keine Fehler macht und alle findet. Oder finde irgendwas dazwischen und reduziere die Anzahl Fehler in deinem Manuskript auf ein für den Leser erträgliches Minimum. Frau Schwarz braucht also einen neuen Superhelden. Auf der Liste der Klugscheißer unter diesen weilt Batman ganz oben. Was soll sie jetzt mit dem? Keine Ahnung. Der passt eher in anderen Blogartikel. Wobei … Nee. Das würde Bruce Wayne nicht tun. Kavalier, der er ist. Er würde vermutlich auch eine Dame nie öffentlich korrigieren.

 

Was aber sicherlich notwendig wäre, wenn ich mir meine aktuelle Korrespondenz in den „sozialen Medien“ so ansehe. Aber was soll’s? Mit Stil, Charme und Melone haben schon die Avengers ein Millionenpublikum unterhalten.

 

„Stil? Das Ende des Besens? Oder was?“

 

Haaach, wir fangen echt bei Adam und Eva an. Das Schwarz-Buch mit biblischen Geschichten wird dicker und – stilvoller. Echt jetzt?

 

Nein. Heute noch nicht. Es gibt unzählige Tipps zu Selbstlektorat etc. – wenn ihr die sucht, Google weiß Bescheid. Ich möchte heute nur über Orthografie und im Ansatz Grammatik meckern. Über Autoren, die bereits mehrere Werke veröffentlicht haben und es offenbar einfach nicht lernen oder denen das am Allerwertesten vorbeigeht. Was machen die eigentlich die ganze Zeit, wenn sie das Manuskript nach Rückkehr aus dem Korrektorat überarbeiten? Einfach nur „alle Änderungen übernehmen“?  Setzen sich so viele nicht mit dem auseinander, was da rot angestrichen wurde? Da es leider keinen Ehrenkodex wie den von Frau Schwarz geschworenen gibt, kann ich hier noch nicht einmal jemanden zur Rechenschaft ziehen. Alles „Ätsch, Autor“ oder was?

 

„Frau Schwarz, ich hab keinen Plan, worum es geht und auf was Sie hinauswollen!“

 

Ups. Okay. Sorry, mein Fehler (ich steh dazu, wie ihr seht).

 

Rechtschreibung und Grammatik sind keine Empfehlung und unterliegen nicht der künstlerischen Freiheit. Sie basieren auf einem präskriptiven Regelwerk und sind verbindlich. Wem das scheißegal ist, der möge gern beim so gehypten „Vong“ seine schriftlichen Ergüsse feilbieten, aber nicht meinen, dass es okay ist, unsere Sprache derart mit Füßen zu treten.

 

Nur, damit wir uns richtig verstehen: Es gibt ein paar Ausnahmefälle, in denen mehrere Schreibweisen eines Wortes bzw. Begriffes nebeneinander existieren. Da darf man dann entscheiden, ob man „noch mal“ der Empfehlung des Dudens folgt oder einfach „nochmal“ schreibt, wie es einem gefälliger erscheint.

 

Kriminell wird es ja gefühlt, wenn nicht nur die deutsche Sprache verhunzt wird, sondern deutsche Autoren (ich tu den Genderfaschisten hier keinen Gefallen; das verdammte *innen könnt ihr euch denken, danke) um alles in der Welt meinen, ihren Buchtiteln durch etwas Schulenglisch den Hauch von „internationality“ zu geben. Freundlichst auf vermeintliche Tippfehler hingewiesen, ignorieren besagte etablierte Autoren und renommierte Verlage das einfach, frei nach dem Motto: Wird schon niemandem auffallen. Frau Schwarz‘ gekränktes Leserherz und ihr anglophiles Gemüt verstehen da aber wenig Spaß, für wie blöd halten diese Menschen den Rest der Welt?

 

„Boah, Frau Schwarz, dann lesen Sie sowas doch einfach nicht!“

 

Wenn das mal so einfach wäre. Es fühlt sich nämlich an, wie Starkstrom für die Augen. Einmal drangepackt, kannste nich mehr loslassen. Isso. Und das selektive Sehen funktioniert in diesem Zusammenhang leider nicht. Selbst wenn Frau Schwarz vor dem „Millionair for Sale“ [ausgedachter Titel und harmlos im Vergleich zu dem, was tatsächlich an Fehlern kursiert] die Augen verschließt, in ihren Träumen zieht dieser nackte Waschbrettbauch ohne Kopf sich ein Clownskostüm an und rennt mit roten Luftballons hinter ihr her. Pennywise ist dagegen so harmlos wie der Burgerklau von McDonald’s. Der schützt einen wenigstens vor schlechtem Essen. Ups. McDonald’s gedisst. Wollt‘ ich nicht. Euer Eis ist lecker! Ich vertrage es nur leider nicht. Aber mein Freund geht heimlich einmal die Woche McFlurry essen – sind wir quitt?

 

„Ey, Frau Schwarz, Sie haben mich sowieso schon bei ‚Inauguration‘ verloren, wann wird es lustig?“

 

Ähm, heute ist kein Spaß-Beitrag dran, ich meine das ernst. (Habt ihr die halben Anführungszeichen bemerkt? SO ERNST meine ich das!)

 

Wer als Autor keine höhere Schulbildung genießen durfte, kann das nachholen. Wer sich unsicher ist, kann kostenfrei auf diversen zuverlässigen Webseiten nachschlagen. Wer von mir ernstgenommen werden will –

 

Ach, so läuft das nicht? Schade.

 

Nee, mal unter uns … Als Autor beschäftigt man sich nicht nur mit der Geschichte sondern auch mit Sprache, wo bitte ist da das Problem, sich die unsrige vernünftig anzueignen? Wo ist der Superheld, wenn man mal einen braucht?

 

Frau Schwarz schwingt sich tornadoartig in ihr Wonder-Woman-Kostüm und navigiert ihr unsichtbares Flugzeug grazil um die vielen Luftlöcher herum. Fliegt eine Schleife und setzt zur Landung an. Betrachtet ihre eigenen Werke aus der Vogelperspektive … Erkennt die Flüchtigkeit. Die echten Fehler. Und stellt fest, dass sie auffallen. Wenn man dafür bereits Schelte von seinen Lesern bekommen hat, fallen sie einem sogar schmerzlich auf. Und sie tun umso mehr weh, wenn sie einem in anderen Büchern begegnen, die (zumindest laut Impressum oder Angabe des Autors) ein professionelles Korrektorat durchlaufen haben. [Geistig hängt Frau Schwarz sich jetzt gerade daran auf, dass „Lektor“ und „Korrektor“ keine geschützten Berufsbezeichnungen wie Arzt oder Anwalt sind, doch bevor sie darüber meckern kann, ruft tatsächlich jemand:]

 

„Frau Schwarz, man versteht doch trotzdem, was der Autor meint. Auch wenn Fehler drin sind.“

 

Ein Totschlagargument.  An dieser Stelle streckt Frau Schwarz die Flügel – ehrlich.

 

Das ist nämlich auch der Punkt, an dem ich bei Diskussionen einen auf ALI mache. Ali? Im Sinne von „Ich bin Ausländer und verstehe kein Deutsch!“? Blödsinn. Über sowas macht Frau Schwarz sich nicht lustig. ALI steht für: Abbrechen, lächeln, innehalten. Und das tut sie. Seit einer geschlagenen Viertelstunde friert sie sich im Wonder-Woman-Outfit den Arsch ab. Irgendwer mag das sexy finden, aber die nächste Zystitis ist programmiert. Also besser back to the – Topic! ALI.

 

Kommt da noch was? Nee. Okay. Es gibt sie zuhauf unter uns, die Unbelehrbaren, die Unbeirrbaren … Und ich habe aufgegeben, mich mit dieser „Mir doch scheißegal“-Mentalität anzulegen. Zum Geldverdienen sind Worte und Interpunktion anscheinend gut genug. Ihre Würde zu bewahren kostet einigen wohl zu viel Zeit und Mühe.

 

Wo ich kann, sensibilisiere ich mein Umfeld und bin dabei noch nicht mal unsensibel. Nur manchmal, wenn das etymologische Wörterbuch durchs Arbeitszimmer fliegt und der Hammer in Form von „Die deutsche Rechtschreibung“ am Lesebändchen kreist.

 

So egozentrisch und diktatorisch dieser Beitrag nun klingen und sein mag, schließlich geht es hier um mein persönliches Empfinden über den Umgang mit der deutschen Sprache, so sehr soll er auch eine Reverenz an die Frauen sein, die mich diesbezüglich am meisten geprägt haben und vermutlich bei vielen Texten ebenso leiden wie ich. Meine Mama, meine Grundschullehrerin Frau A. und meine Freundin Ronka.

 

Dank gilt auch meiner Kollegin Sookie, die mir das entscheidende Stichwort geliefert hat, diesem Artikel das entsprechende Quäntchen Verve zu verleihen: „Der Kampf einer Autorin um den Erhalt der deutschen Schriftsprache.“ Ach nee – falsches Zitat. Mehrwert. Das war das Stichwort.

 

Ob ich nun mit diesem Blogartikel Mehrwert geschaffen habe oder nicht, liegt ganz an euch, ihr tapferen Leser, die ihr es bis hierhin geschafft habt. Werft den Ring ins Feuer, lasst das Eisen glühen und schmiedet es, solange es heiß ist – teilt und verbreitet die Kunde der furchtlosen Autoren, die der Fehlerhaftigkeit den Krieg erklärt haben. Ich schwöre feierlich, ich bin ein Klugscheißer. Und ich korrigiere Fehler in Liebesbriefen, die ich bekomme. So! Möge der Duden mit euch sein

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Vero Havre (Freitag, 29 September 2017 17:29)

    Mutig, mutig, die Autorin – es liegen überall Tretminen!
    Ich musste bei der Waldorfschule aber doch lachen: wer weiß, was bei meinem Namenstanz herausgekommen wäre, hahaha.

  • #2

    Dana (Freitag, 29 September 2017 17:52)

    Sorry