Und ich taufe dich auf den Namen "Black Box"

 

 

Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich ewig überlegt habe, wie der Blog heißen soll. Eigentlich ist das schnurz, weil sowieso immer nur von meinem Blog die Rede ist. Bisher. Da mir heute aber der Begriff Black Box über den Weg gelaufen ist und ich dieses Wortspiel und die Metapher liebe, habe ich spontan ein paar Räucherstäbchen geschwenkt und den Laptop mit ein bisschen Kaffee besprenkelt. Tadaa! Taufe im Hause Schwarz – Irgendwann musste das Kind ja einen Namen bekommen.

 

Ursprünglich sollte der Blog Schwarzbuch heißen. Oder Schwarzmalerei. Oder Frau Schwarz weiß … Irgendwie traf das Ganze aber nicht den Kern der Sache. Namenlos wollte ich ihn nicht lassen; das ist für eine Autorin irgendwie zu einfallslos und macht den Blog weniger greifbar.

 

Und Black Box trifft jetzt den Nagel auf den Kopf?

 

Yes! Black Box als Begriff ist so vielseitig wie die Inhalte, die hier ihren Platz finden.

 

Etymologisch hat der Begriff seinen Ursprung in der Militärsprache und bezeichnet eine Gerätschaft, die man beim Feind gefunden hat und nicht öffnen darf, da man nicht weiß, ob sich eine Sprengladung darin befindet.

 

Wow! Hochexplosiver Stoff – das wünscht sich jeder Blogger, im übertragenen Sinn. Nur doof, wenn keiner den Blog liest, sprich: niemand die schwarze Büchse der Pandora öffnet. Dafür sind wir ja nicht hier. Es geht ja immer irgendwie ums Schreiben, Lesen, Zeugs.

Damit das mit der Büchse nicht in die Buxe geht, mache ich mir einen weiteren Aspekt der Black Box zunutze. In der Systemtheorie bezeichnet dieser nämlich ein geschlossenes System, deren innerer Aufbau egal ist. Juchu! Frei von der Leber weg schreiben. Was und wie es mir gefällt. Passt.

 

Aber Vorsicht: Die Black Box ist ja nicht um ihrer selbst willen da. Es geht um die Input-Output-Beziehung. [Ich gestehe: Musste ich mir auch erst zu Gemüte führen.] Heißt im Klartext: Thema kommt ungefiltert an, wird in der Black Box irgendwie bearbeitet und führt zu einem Artikel. So ähnlich wie ein Rindermagen, von dem wir alle auch nicht sooo genau wissen wollen, wie das mit dem Wiederkäuen funktioniert. Als Black Box wird im Übrigen auch ein dunkler und schallisolierter Raum bezeichnet. Da denkt euch jetzt bitte selbst euren Teil.

 

Spannend fand ich ja die Assoziation in der Psychologie. Dort ist Black Box die Bezeichnung für alle psychischen und kognitiven Prozesse, die sich (gegebenenfalls noch) nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden objektiv messen, beschreiben und reproduzieren lassen. Schwallerdiwaller – King Julien aus Madagascar und seine Kopf-Gehirn-Prozesse  sind da vermutlich die bessere Beschreibung.

 

Und last but not least ist die Black Box auch als Flugdatenschreiber bekannt. Ich prognostiziere aber nicht den eigenen Absturz, sondern sehe den Blog als das, was er ist. Ein virtuelles Logbuch, mal mehr, mal weniger ausführlich. Läuft eigenständig mit und dokumentiert punktuell das Geschehen außerhalb. Immer gefärbt von meiner Meinung bzw. meinen eigenen Eindrücken. Schwarzer Humor inklusive. Herzlich willkommen im Darkroom.

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