Etwas Persönliches





Nicht dass alles andere hier nicht persönlich wäre ... aber das hier ist es ein wenig mehr. 

Keine Rechtfertigung, nur der Versuch einer Erklärung. 

Kein Mimimi, allenfalls ein lauter Seufzer. 

 

„Kannst du Dienstagabend zur XY-Show kommen?“

„Bist du auf der Messe in Beispielstadt dabei?“

„Kommt ihr zum Stadtfest?“

„Kannst du eine Lesung in München machen?“

 

Vier Klassiker. 

 

Und überall lautet die Antwort: „Gern, wenn ich es einrichten kann/wir es einrichten können, bin ich/sind wir dabei!“

Und nur in den seltensten Fällen klappt es dann, was zu einem Großteil Umständen in unserem familiären Umfeld geschuldet ist, die wir nicht ändern können, auf die wir keinen Einfluss haben, und die auch langfristige Pläne innerhalb von Minuten kurz vorher über den Haufen werfen. 

Wer, wie, was, warum? 

Zum Schutz der beteiligten Personen bzw. ihrer Privatsphäre, werde ich das hier nicht breittreten. Wer sich nicht an die öffentliche Diskussion im Internet ausliefern lassen will, sollte das auch nicht müssen, darauf nehmen wir Rücksicht. 

 

„Wie geht es dir?“

„Läuft bei dir und Henning alles?“

 

Lieb gemeinte Fragen, die ich aber leider nicht jedem täglich beantworten kann. Via PN bekommen wir sie  ca. 20-30 Mal am Tag gestellt. Über unsere Profile und unsere Seite. Wir würden echt gern mit jedem von euch quatschen bis zur Kieferlähmung — aber es geht einfach nicht. Das hat nichts mit Unhöflichkeit oder Desinteresse zu tun. Die Zeit dazu ist einfach nicht vorhanden.  [Wer meine/unsere Posts in den sozialen Medien liest, kann sich aber ein Bild davon machen.] Dennoch geben wir uns Mühe, euch gerecht zu werden. Ihr seid uns echt ans Herz gewachsen und diejenigen unter euch, die wir schon im realen Leben getroffen haben, können vermutlich bestätigen, dass wir so [bekloppt] sind, wie es auf FB und Co. scheint. [Womit diese Frage auch beantwortet wäre.]

 

„Meld dich mal, wenn du Zeit hast!“

 

Zeit muss man sich nehmen. Und da wir für uns gegenseitig die wichtigsten Menschen sind, nehmen wir sie uns zuallererst für uns. Henning ist teilweise 50-60 Stunden pro Woche beruflich unterwegs — do the math — da sind es fast nur die Abende, die uns bleiben, um die kleinen und großen Katastrophen des Alltags zu managen. 

Wir nehmen uns gern Zeit für euch, auch für Chats im Messenger und die Kommentare unter Beiträgen. Aber auch dieser Appell wird täglich mehrfach an uns gerichtet, so dass manchmal Dinge untergehen oder Gespräche nicht so lang ausfallen wie von euch erhofft. 

 

„Aber ich hab gesehen, dass du online bist. Der Punkt war grün/blau/rot bzw. du hast was gepostet.“

„Völlig unverschämt! Du hast meine Nachricht gelesen und nicht reagiert.“

 

Das sind leider auch Reaktionen, die wir erhalten. Täglich. Mehrfach. 

Ja, wir sind dauernd online. [Willkommen im 21. Jahrhundert.]

Und wir arbeiten weitestgehend nach dem Eisenhower-Prinzip. Nachfragen und Drängeln macht es uns aber nicht leichter. Abgesehen davon empfinde ich das als etwas übergriffig — wer so etwas schreibt, überdenkt bitte noch mal sein Kontrollverhalten. Henning geht es am Musculus gluteus maximus vorbei; die Anfrage wandert einfach in die Rundablage. 

 

Nun, zu guter Letzt: „Schreib doch mal über ...“ 

 

Hab ich schon. Steht hier. 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Judith (Donnerstag, 04 April 2019 19:40)

    Sehr gut, man muss dem realen Leben einfach öfter den Vorzug geben. Sollten alle, die auf sofortige Rückantwort warten, auch mal tun.

  • #2

    Ronja (Freitag, 05 April 2019 11:57)

    Deswegen schreibe ich Nachrichten. Weil ich keine sofortige Antwort erwarte, sonst könnte ich auch anrufen.
    Ihr macht alles richtig, lasst euch nicht ärgern.

    <3