Ode an die Periode. Nicht.

Ein offener Brief an die Menstruation:

 

Liebe — nein, falsch — Ey, Periode,

wir müssen mal ein ernstes Wörtchen miteinander reden. Eigentlich könnte ich es kurz machen: Du nervst.


Ich meine, wir leben im 21. Jahrhundert — die Evolution hat bereits den Schwanz kupiert [ha-ha, sie hat Schwanz geschrieben] und einen beträchtlichen Teil der Behaarung des Menschen fallen lassen. Warum nicht weiter so?


Du kommst oft, wann du willst, hältst dich selten an Regeln. Warum heißt du dann „die Regel“? Und wann gehst du endlich? Ganz. Und zwar nicht im Sinne der Menopause.


Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der dich mag. Männer, Frauen und Andersgeschlechtliche können nichts mit dir anfangen. Du hast weniger Sympathisanten als Seehofer und Spahn, selbst die beschissene AfD ist beliebter als du. Zero Follower. Null Likes.
Sogar Haie und Piranhas finden dich doof — alles nur Fake.
Blut ist kostbar. Was du machst, ist reine Verschwendung. Echt jetzt. Schäm dich!

 

Fällt dir was auf?


Vermutlich nicht. Sonst würdest du nicht ausgerechnet im Urlaub, an Feiertagen oder bei 37 Grad im Hochsommer auf den Plan treten. Du stinkst, Bitch!

 

Geh weg. Geh einfach weg mit deinem miesen Karma. Den Schokoladen-Fressattacken. Den Pickeln auch mit Ü30. Die Schmerzen nimm gefälligst auch mit inklusive der verdammten Krämpfe.


Geh irgendwo anders hin. Schick einmal im Monat ne Mail oder eine WhatsApp. „Alles klar hier unten, weitermachen!“ oder im anderen Fall halt „Herzlichen Glückwunsch, Ihr Mail-Abo setzt für die nächsten neun Monate aus. Viel Spaß und bis dann!“

 

Das hätte Stil.


Überleg es dir. Du könntest echt beliebt damit werden. Und hast mehr Freizeit. Eine Win-win-Situation.

 

Die Hygieneartikelindustrie findet sicherlich neue Protagonisten. Wir werden ja immer älter. Mach dir also keine Sorgen, du schadest niemandem. Absolut niemandem.

 

Und jetzt geh. Geh einfach.

 

Deine Menschen mit Menstruationshintergrund.

 

[Zuerst erschienen auf Facebook am 26.07.2018]

 

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