Affaire

"Affaire" ist der Titel einer Kurzgeschichte, die Valerie für ihre Affäre schreibt. Eine Geschichte in der Geschichte. Valerie wird Band 7 oder 8 der Eschberg-Reihe werden - und definitiv SÜNDHAFT.

 

 

Ermattet kommst du zurück ins Hotel, es war ein langer und anstrengender Tag. Die Temperaturen jenseits der 30 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit haben dir zu schaffen gemacht, zusätzlich zum Jetlag. Als du in den Lift steigst, ordnest du deine Gedanken, sehnst dich nach einer Dusche und überlegst, wie du die Einsamkeit verdrängen und den Abend entspannt angehen kannst. Zweite Etage, du gehst den Flur hinunter zu deiner Zimmertür und blickst auf dein Handy.

Nachricht von mir. „Sweetheart, wünsche dir einen schönen Abend ... Schlafe wahrscheinlich wegen des Timeshifts schon, aber du darfst mir gern dabei zusehen.“
Darunter ein Bild, auf dem ich mich in einem türkisen Nichts auf dem Bett räkele, meine Brüste schimmern durch die Spitze und meine Hand liegt in meinem Schritt. Gedankenverloren öffnest du die Tür, in dem Moment siehst du noch einmal auf das Display. Das Bett darauf ist nicht meins, kommt dir aber bekannt vor. Du legst deine Tasche ab, betrachtest das Bild etwas genauer und wunderst dich ...
Als du deinen Blick durch das Zimmer schweifen lässt, erkennst du es – auf dem Foto war dein Hotelbett zu sehen. Aber wo bin ich? Du gehst ins Bad, schaust im ganzen Zimmer nach mir, selbst im Kleiderschrank ... Auf dem Bild ist deutlich deine Nachtlektüre zu sehen, ich muss also da gewesen sein.

Neue Nachricht. „Na, Sehnsucht? Ich warte in der Gartenanlage bei den Säulen ...“
Du traust deinen Augen nicht. Liest noch einmal den Text. Gehst wie in Trance aus dem Zimmer, denkst gerade noch daran, die Karte einzustecken, nimmst in großen Schritten die wenigen Meter über den Flur zum Lift. Es kribbelt in deinem Schritt, dein Herz schlägt mit einem Mal schneller ...
Du steigst in den Aufzug schließt die Augen. Zum Kribbeln gesellt sich eine leichte Erregung, du spürst, wie er beginnt, sich aufzurichten ...
Den Weg zu mir kennst du, läufst zügig den Gang hinunter, durch die große Glastür ins Freie.
Es ist spät, dunkel. Nur ein paar spärliche Lichter säumen den Weg. Die Sterne leuchten und du bist allein. Mit mir. Ich sitze auf der Mauer unter einem der Bögen, du ahnst, dass ich unter dem leichten Kleid nichts anhabe ... Es pocht nun intensiv. Du siehst mich lächeln und schüttelst grinsend den Kopf. „Wie, um alles in der Welt ...?“
Du stehst vor mir. Ich lege dir den Finger auf die Lippen, damit du schweigst. „Shhhh. Keine Zeit für Fragen. Mein Flieger geht morgen um 11:52 Uhr. Wir haben nur diese eine Nacht.“
Du lässt mich kaum ausreden und knabberst an meinem Finger. Nimmst meine Hand und ziehst mich zu dir. Bedeckst meine entblößte Schulter mit Küssen, fährst über meinen Hals, weil du weißt, dass mich das willenlos macht.
Ich schlinge meine Arme um deine Hüften und fahre mit meiner Hand über deinen Rücken. Dir ist nicht mehr warm, dir ist heiß. Du küsst mich zaghaft, nimmst meinen Kopf in deine Hände und flüsterst mir ins Ohr: „Lass uns nach oben gehen ...“

 

Ich ziehe dich wieder zu mir, nehme deine Hand und führe sie unter mein Kleid, du spürst, wie feucht und erregt ich bin. Am Hemdkragen greife ich nach dir, hole dich näher und küsse dich leidenschaftlich. Deine Hand will gar nicht mehr aufhören, mich zu streicheln, am liebsten würden wir auf der Stelle übereinander herfallen.
Sanft schiebe ich deine Hand zurück, zupfe mein Kleid zurecht und hake mich bei dir unter. Im Lift sind wir allein, du leckst dir deine Finger ab und siehst mich lüstern an.
Im Zimmer knöpfe ich dein Hemd weiter auf und ziehe es dir aus, deiner Hose entledigst du dich selbst.

 

„Ich muss duschen, dringend!“, entgegnest du mir, als ich dir über die Brust streiche und mit meinen Fingern langsam nach unten fahre. Mit einer galanten Handbewegung ziehst du mir mein Kleid aus, kommst nicht umhin, meine Brüste zu massieren und an ihnen zu knabbern. Ich folge dir ins Bad, wir schäumen uns gegenseitig ein und immer wieder will ich mich an dir reiben. Wir stehen eng aneinander, das lauwarme Wasser fließt an uns herab und ich schlinge mein Bein um deine Hüfte. Ich lasse ihn aber nicht ganz in mich eindringen ... Nur ein bisschen. Und das macht dich wahnsinnig. Ich schalte das Wasser ab, werfe dir ein Handtuch zu und trockne mich ab.
Du ziehst mich auf das Bett, legst deinen Kopf zwischen meine Beine und spreizt meine Lippen. Saugst daran und küsst mich, bis ich dich anflehe, mich kommen zu lassen. Du steckst zwei Finger in mich und lässt sie spielen, lässt deine Zunge weiter ihr Unwesen treiben und bringst mich zum Kochen. Ich stöhne laut auf, sehe dich lüstern an. Völlig überraschend führst du meinen Höhepunkt herbei. Um deine Finger zieht es sich eng zusammen, entspannt sich – die Wellen tragen sie hinaus.
Du legst dich auf den Rücken, ich wandere mit meinem Kopf in deinen Schoß und küsse deine Erregung, die sich mir hart und steif entgegenreckt. Ich fange an, ihn zu massieren, sauge an deiner Eichel und umspiele sie fest mit meiner Zunge. Ich will dich eigentlich nicht so schnell kommen lassen – aber mir läuft es bereits warm und nass am Oberschenkel hinunter, meine Lust schreit mich an, dich sofort in Besitz zu nehmen. Und ich kann nicht anders, als auf sie zu hören.
Endlich setze ich mich über dich und lasse ihn quälend langsam in mich gleiten. Du massierst meine Brüste und ich raune dir zu, wie sehr mir das gefällt. Als du ganz tief in mir bist, werde ich enger und halte dich fest. Vorsichtig beginne ich, dich zu reiten. Er füllt mich aus und ich werde rasend. Immer intensiver und schneller hole ich mir, wonach meine Sehnsucht verlangt. Meine Haut reibt an deiner – ich explodiere fast, als du dich unter lautem Raunen unerbittlich in meinen Rücken krallst. Du lässt ihn immer schneller in mich gleiten, ich halte dich aber fest und du genießt es, dass ich ihn nicht loslasse. Plötzlich werde ich einen Moment ganz eng, schreie mir die Lust aus dem Leib, komme in langen heftigen Wogen und reiße dich mit. Du hältst es nicht mehr aus, er fühlt sich an, als würde er platzen und ergießt sich in mir. Dein Stöhnen erstirbt mittendrin und du sackst für einen Moment ins Kissen.
Ich lege mich zu dir und küsse dich. Du fährst mir durchs Haar und schmunzelst mich an:
„Happy Birthday, Süße ...“

 

 

 

Ein paar Tage später rufst du mich an.

 

Eigentlich wolltest du das nicht tun. Schon gar nicht jetzt. Und erst recht nicht aus heiterem Himmel. Wenn du mich anrufst, dann, weil wir uns vorher geschrieben haben.
Du weißt auch gar nicht so genau, was du von mir willst, als du meine Nummer wählst. Wir haben gestern miteinander gesprochen. Es ging dir nicht gut. Migräne. Verspannung. Unruhe.
„Hi! Schön, dass du anrufst!“
„Hi.“ Du machst eine lange Pause.
„Möchtest du reden?“, frage ich.
Du lachst. „Ja. Schon. Eigentlich. Andererseits weiß ich nicht wirklich, warum ich angerufen habe.“
„Jetzt bin ich aber dran.“ Du kannst mein Grinsen förmlich hören. „Wie fühlst du dich?“
Beschissen. Denkst du. „Passt schon“, antwortest du.
„Lüg mich nicht an. Ich höre, dass es dir dreckig geht.“
Du weißt, dass ich recht habe.
„Kannst du mich morgen vom Flughafen abholen? Ich nehm einen Flug eher, bin also schon morgen Abend da, statt übermorgen früh.“ Geplant war die Frage nicht, aber jetzt, wo sie raus ist, fühlt sie sich ganz gut an.
„Okay. Mail mir die Daten. Ich hol dich ab. Wo möchtest du dann hin?“
„Ich weiß es nicht.“
„Ich kümmere mich.“ Die Leitung bricht ab.

Ich stehe in der Ankunfthalle, es ist früher Abend, dein Flug ist pünktlich. Du hast zwar etwas Farbe bekommen, aber wirkst unentspannt. Du siehst mich, ringst dir ein Lächeln ab. Als du näherkommst, entspannt sich deine Miene. Du magst, was ich anhabe. Ich komme von der Arbeit; dunkles Etuikleid, High Heels, du erahnst halterlose Strümpfe und meine hochgesteckten Haare gefallen dir.
Du umarmst mich. Einen Bruchteil einer Sekunde zu lang. Du küsst mich auf die Wange. Ich bin überrascht. Aber gewappnet.
„Schön, dich zu sehen“, zwinkere ich dir zu.
„Schön, dass du da bist“, antwortest du erschöpft.

Deinen Koffer willst du selber nehmen. Deine Laptoptasche darf ich tragen. Ich habe direkt an der Ausfahrt des Parkhauses geparkt. Wir steigen ein, schnallen uns an, das Radio läuft leise. Ich nehme deine Hand und sehe dich an: „Wo möchtest du hin?“
„Hm. Wenn ich das wüsste.“
„Plan A: Ich fahr dich nach Hause und wir reden nur dann, wenn du reden willst. Plan B: Wir fahren in die Stadt, gehen was essen und lassen uns treiben. Plan C: Überraschung.“
„Du hattest keine 24 Stunden Zeit und hast jetzt drei Pläne in petto. Ich staune.“ Deine Hand liegt ruhig in meiner. Offenbar ist es dir nicht unangenehm.
„Entscheide! Tor 1, Tor 2, Tor 3 und heute mal ohne den Zonk!“
Du lachst. „Oh mein Gott, das waren Zeiten ...“
Ich neige den Kopf und sehe dich an. „Kein Stress, ich bin ganz handzahm ...“
„Ich nehme B und C. Zum Mitnehmen. Und scharfmachen, bitte.“
Ich liebe deine Doppeldeutigkeiten. Wir fahren in die Stadt, zum Innenhafen. In einem Restaurant am Wasser essen wir, unterhalten uns über Gott und die Welt, deine zurückliegende Reise. Du entspannst dich zunehmend, dein Lachen wird gelöster, deine Bewegungen geschmeidiger.
Es ist ein warmer Spätsommerabend. Während du kurz im Waschraum verschwindest, zahle ich und als du zurückkehrst, nehme ich deine Hand und führe dich zu den Treppen am Wasser. Ich setze mich auf die Stufe hinter dir und beginne, deine Schultern zu massieren. Wir schweigen. Hin und wieder schmiegst du deinen Kopf an mich an und blickst zu mir hoch. Sanft dirigiere ich deinen Blick wieder gen Wasser, wo sich die Lichter der Stadt und der Halbmond spiegeln.
Passanten gehen an uns vorbei, auf den Stufen sind wir jedoch allein. Ich massiere deinen Rücken, deinen Nacken, die empfindliche Stelle hinter dem Ohr.
„Ich bin echt am Ende. Ich habe keinen Plan, wie es weitergehen soll. Kann. Wird.“
Ich küsse dich zaghaft auf die Wange und stehe auf. „Komm, es wird Zeit für Plan C.“

Im Auto versuchst du herauszufinden, was ich vorhabe. Wir fahren nicht weit, ein paar Kilometer. Vor einem kleinen Wohnhaus mit fünf Parteien steigen wir aus. Du wunderst dich. „Und nun?“
Ich gebe dir zwei Schlüssel in die Hand.
„Nun hast du einen Rückzugsort. Für dich ganz allein. Zum Flughafen sind es circa 20 Minuten von hier aus, bis zur Arbeit nicht länger als jetzt auch. Lass uns reingehen, den Rest mag ich nicht auf der Straße besprechen.“
In der ersten Etage zeige ich auf die Wohnungstür, du schließt auf und im Flur siehst du mich irritiert an. „Was ist mit deinem Mieter passiert?“
„Liegt tot im Keller“, witzele ich. Du hebst die Augenbraue. Ich grinse. „Der ist mit seiner Freundin in eine größere Wohnung gezogen vor vier Wochen. Mein Steuerberater meinte, ich könnte die Wohnung ruhig eine Weile leerstehen lassen, ließe sich gut absetzen. Die Möbel gehören übrigens mir, ich hab sie nach der Renovierung angeschafft.“
„Spannend. Und was genau mache ich jetzt hier?“
„Ich weiß, dass du nicht so scharf auf Hotelzimmer bist. Du nimmst jetzt die Schlüssel an dich und kommst immer wieder dann hierher, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt. Es ist alles vorhanden und funktionstüchtig. Ich komme gelegentlich hier hin, wenn ich zu Hause Stress habe ... Gehe dann im Park spazieren oder sehe mir die Schiffe am Fluss an. Um es kurz zu sagen, du kannst dich hier entspannen. Von mir aus bring Besuch mit oder bleib allein, genieß die Ruhe oder mach sonst was.“
„Hm. Ich kann es mir gerade noch nicht ganz vorstellen. Aber irgendwie hat das was.“
„Für morgen früh ist übrigens der Kühlschrank gefüllt, das Bett ist frisch bezogen und im Bad sind genügend Handtücher. WLAN läuft auch. Meine einzige Bitte ist, dass du den Müll entsorgst, wenn du gehst.“
„Ähm. Ja. Klar. Und was machst du jetzt?“
„Weiß nicht. Auf jeden Fall werde ich dich nicht fragen, ob ich bleiben soll.“
„Ich werde dich nicht bitten zu gehen.“
Wir sehen uns an. Müssen beide lachen.

Als du aus dem Bad kommst, liege ich auf der Couch und höre Musik, habe ein Glas Wein in der Hand. Zu meiner Überraschung hast du nur ein Handtuch um die Hüften geschlungen, setzt dich neben mich und nimmst ganz ungeniert einen Schluck aus meinem Glas.
„Ist es nicht unbequem, in den Businesssachen auf der Couch?“, fragst du mich mit einem gewissen Unterton, der mir neu ist.
Widersprechen kann ich allerdings nicht. „Gut, dass ich Wechselkleidung hier habe ...“ Meine Schuhe landen alsbald im Flur, ich verschwinde kurz im Bad, um mich frisch zu machen und gehe ins Schlafzimmer um mich umzuziehen. Du stehst plötzlich hinter mir und öffnest ungefragt den Reißverschluss meines Kleides und es fällt zu Boden. Ich drehe mich zu dir um und noch bevor ich etwas fragen kann, küsst du mich zaghaft.
„So war das eigentlich nicht gemeint ...“, sage ich spöttisch. Du hältst inne.

 

„Ich weiß, wir sollten das nicht mehr tun. Aber es fühlt sich gerade so gut an. So richtig.“ Ich lasse mich auf das Bett fallen, du legst dich zu mir. Unsere Küsse werden intensiver, fordernder.
Dein Handtuch verfehlt im Flug nur knapp die Bodenvase, meine Unterwäsche findet sich ebenfalls auf dem Boden wieder, die Strümpfe ziehst du mir mit den Zähnen aus. Auf Kniehöhe beginnst du, mich zu streicheln und zu küssen. Ich zucke zusammen, weil es mich erregt. Du bahnst dir unbeirrt deinen Weg, ich sehe, dass du es ebenfalls genießt und auch er reckt sich mir eindeutig entgegen. Mit deinen Fingern spielst du an meinen Lippen, verteilst meine Lava darauf, saugst an mir, lässt deine Zunge kreisen und schaust hin und wieder zu mir auf. Unter Stöhnen winde ich mich zwischen den Kissen, du küsst mich immer ekstatischer und als ich komme, schreie ich auf und mein ganzer Unterleib bebt.
Ich ziehe dich zu mir hoch und als ich wieder Kontrolle über meinen Körper habe, lasse ich mich zwischen deine Beine gleiten. Er ist groß, prall und ein gleißender Tropfen rinnt gerade die Spitze hinunter. Von unten gehe ich seinen Weg mit meiner Zungenspitze nach, du stöhnst und atmest hektisch.
Ich umschließe ihn mit der Hand und massiere ihn sanft, meine Zunge erkundet deinen Damm, umkreist deine Hoden, ich sauge vorsichtig an der Haut in deiner Leiste. Mein Griff wird fester, ich sehe an deinem Blick, dass dir das gefällt. Du greifst nach meinen Brüsten, willst damit spielen und an ihnen saugen, du setzt dich auf, ich knie vor dir. Du massierst die eine und beißt in die andere, was mir einen ganz neuen Antrieb gibt – ich massiere ihn nun immer fester. Deine Atemzüge werden kürzer, ich schiebe dich zurück in die Kissen und widme mich wieder ganz deinem ausgehungerten Triebtäter. Er verzehrt sich nach meinen Küssen, meiner festen Zungenspitze, die versucht, in deine Eichel einzudringen und meinen unerbittlichen Lippen, die ihn fest umschließen. Du warnst mich, dass du gleich kommen würdest, das treibt mich noch mehr an und ich stöhne lauter. Ein langgezogenes Raunen entlädt sich in die Kissen, er entlädt sich in meinem Mund, er zuckt und es kommt noch ein Schwall. Meine Zunge spielt kurz weiter mit ihm, dann lasse ich von dir ab, lege mich neben dich und kraule deinen Bauch.
Die Musik aus dem Wohnzimmer dringt leise an dein Ohr.
„... Skies are black and blue.
Thinking about you. Here in the calm after the storm ...“ 

Mein Kopf liegt auf deiner Schulter, du küsst meine Stirn und flüsterst mir ins Ohr: 

„Ich hab jetzt eine Vorstellung davon, was ich hier machen könnte ...“